Asbest in Fliesenkleber, Spachtelmassen und Putz – Vortrag über Asbest in Delmenhorster VHS | Lafu GmbH

Delmenhorst. Asbest wird zwar in Form von Zement im Bau lange nicht mehr genutzt. Und doch ist das Thema brandaktuell. Davon ist Gary Zörner vom Labor für Chemische und Mikrobiologische Analytik (Lafu) überzeugt. Zusammen mit der Volkshochschule (VHS) Delmenhorst lädt das Lafu am Freitag, 20 Mai, 18 Uhr, zu einem Vortrag über Asbest ein.

Aktuelle Bezüge erhält Asbest laut Zörner etwa durch alte Fliesenkleber, in denen früher Asbest beigefügt wurde. „Eine mögliche Gefährdung wird von Fachverbänden mit dem Hinweis abgewiegelt, die Beimengungen seien nur in sehr geringem Umfang erfolgt“, schildert Zörner. Der Laborchef folgert daraus: „Niemand will so recht wahrhaben, dass es notwendig sein könnte, vor jeder Badsanierung in vor 1995 errichteten Gebäuden eine Untersuchung auf Asbest durchzuführen.“

Schon beim Fliesen-Bohren wird Asbest freigesetzt

Gegenwärtig blickten Experten nicht nur Fliesenkleber: Bei Sanierungen bestätige sich immer häufiger der Verdacht auf Asbest auch in Spachtelmassen und Putz. Laut einer Studie, so Zörner, werden schon beim Bohren von Löchern oder Abschlagen von Fliesen, die mit einem asbesthaltigen Fliesenkleber angesetzt worden sind, drei Mal mehr Asbest-Fasern freigesetzt, als die Akzeptanzkonzentration vorgibt. „Schätzungen gehen davon aus, dass in rund einem Viertel der vor 1995 errichteten Gebäude flächige Asbestanwendungen zu finden sind. Es gilt jetzt Lösungen für dieses Problem unter Einbeziehung des Handwerkes und der Politik zu finden. Verdrängen lässt es sich nicht mehr“, drängt Zörner. (Weiterlesen: Labor warnt vor Pestiziden in Orangen)

Jährlich 47.000 Asbest-Tote

Nach Schätzungen sterben in Europa derzeit jährlich rund 47.000 Menschen durch eine zurückliegende Asbestexposition. Zörner: „Man muss davon ausgehen, dass neben den zahlreichen asbestbedingten Berufserkrankungen, uns zukünftig auch die Erkrankungen der Menschen aus asbestbelasteten Häusern oder unsachgemäßen Sanierungen kontaminierter Gebäude, erst noch bevorstehen.“ Den Vortrag will er mit der Diplom-Biologin Silvia Schön, Autorin des Buches „Asbest und seine Opfer – Wir klagen an“ mit Fallbeispielen unterfüttern. (Weiterlesen: Flüchtling arbeitet vier Woche in Labor)

Der Vortrag findet statt am Freitag, 20. Mai, ab 18 Uhr in der VHS Delmenhorst, Raum 08. Titel: „Asbest: Krankmachende Wirkung, Situation Berufserkrankter, heutige Bedeutung in Gebäuden und Umwelt, politische Dimension“ , Referenten: Diplom-Biologin Silvia Schön und Diplom-Ingenieur Gary Zörner, Eintritt: 9 Euro. Anmeldung unter (04221) 981800 oder E-Mail: info@vhs-delmenhorst.de

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