Baubiologe rät zu Skepsis bei scheinbar einfachen Lösungen | Lafu GmbH

Schimmel und seine Ursachen müssen ganz beseitigt werden

BREMEN-DELMENHORST (SOV). „Das Problem ist, dass viele Schimmelpilz-Sanierungen nicht fachgerecht durchgeführt werden“, sagt der Bremer Architekt Rainer Stasch. Als studierter Baubiologe hat er für die Bremer Handwerkskarnrner den Lehrgang „Fachkraft Schimmelpilzsanierung“ konzipiert und kennt die Gesundheitsgefahren, die Hausbewohnern aber auch Handwerkern beim Umgang mit Schimmel drohen. Je nach den vorhandenen Schimmelpilzen können das allergische Reaktionen aber auch Infektionen oder sogar Vergiftungen sein.

Erster Schritt einer Sanierung muss die Ursachenforschung sein, „sonst wird der Schimmel immer wieder kommen“, rät Stasch. Wenn es um zehn Quadratzentimeter an der Fensterleibung oder Schimmel in Badezimmer-Fugen gehe, sei dies für einen Handwerksbetrieb kein Problem. „Wenn es komplizierter wird, kann ein Sachverständiger bei der Ursachensuche helfen“, so der Baubiologe.

Bei der-Sanierung selbst sei es wichtig, den betroffenen Raum luftdicht vom Rest der Wohnung abzuschotten, damit sich der Staub mit Schimmelpilzsporen nicht im gesamten Gebäude verteilt. Bevor der Sanierer die Tapete entfernt, sollte diese mit einem sporenbindenden Mittel besprüht werden, nennt Rainer Stasch eine weitere Maßnahme um Gesundheitsrisiken zu senken. Nicht befallener Wandputz kann desinfiziert, von Schimmel durchwucherter muss abgefräst werden. „Es gibt Putzfräsen, die den Staub gleich absaugen“, sagt Gary Zörner, Geschäftsführer des Labors für chemische und mikrobiologische Analytik (Lafu), „bloß nicht mit Hammer und Meißel den Putz abklopfen“.

Anschließend geht es an die „Feinreinigung“: „Sporen müssen von allen Oberflächen mit speziellen Saugern, feuchten oder staub bindenden Tüchern restlos beseitigt werden“, sagt Rainer Stasch. Skepsis sei gegenüber den „scheinbar einfacheren Lösungen“ angebracht, die die Industrie anbiete.

Eine fachgerechte Sanierung sei je nach Umfang des Schadens nicht einmal unbedingt teuer. „Aber natürlich kostet es mehr, eine Tapete zu ersetzen, als sie überzustreichen“, räumt der Architekt ein. Aus Rücksicht auf seine Gesundheit solle man aber nicht am falschen Ende sparen.

Ausführliche Informationen über diese Gesundheitsgefahren und die richtige Sanierung liegen etwa mit den beiden Schimmelpilz-Leitfäden des Umweltbundesamtes schon lange vor. „Trotzdem sind beide Seiten, Kunden und Handwerker, oft noch nicht ausreichend aufgeklärt“, stellt Stasch fest.

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