Als Andreas Nuß, parteiloser Oberbürgermeisterkandidat, und Gary Zörner, Leiter des Labors für chemische und mikrobiologische Analytik (Lafu), aufeinandertreffen, entbrennt ein Gespräch über die Baulandschaft Delmenhorsts und speziell über das Großprojekt Krankenhaus. Zufrieden mit der derzeitigen Lage sind beide nicht, wobei Zörner auf sein Wissen aus dem Laborumfeld und Nuß auf seine Erfahrung als Zimmerermeister und studierter Bautechniker zurückgreifen.

„Das Krankenhaus ist eine CO2-Mülltonne“, sagt Nuß. Die Außenwände seien bereits veraltet, wenn der Neubau fertiggestellt sei. Zörner weist darauf hin, dass die Arbeitsgemeinschaft ökologischer Forschungsinstitute (AGÖF), der sein Labor angehört, Architekten allgemein kritisiert. Das Thema Schimmel werde etwa im Architekturstudium gar nicht erst thematisiert, so Zörner. Auch Dünste seien kein Thema in der Ausbildung, obschon diese einen wichtigen Faktor im Bereich der Bauproblematik darstellen würden. „Der Bauausschuss hat verpennt, das Krankenhaus in Hinblick auf den Aspekt Klimamusterstadt zu prüfen,“ kritisiert Nuß.

Mit den Vorwürfen konfrontiert, erwidert Florian Friedel, Geschäftsführer des Delme-Klimikums Delmenhorst (DKD): „Herr Nuß hat sich niemals bei mir, den Architekten oder sonst einer an der Planung beteiligten Person über die Planung des Neubaus, die Bauweise oder die Umsetzung des Ratsbeschlusses zur Klimamusterstadt beim geplanten Bauvorhaben erkundigt.“ Er pflege dagegen einen engen und ständigen Austausch mit diversen am Bau Beteiligten. So würden bei der Planung und Gestaltung insbesondere auch der Außenwände verschiedene Belange, etwa vom Klimaschutz, berücksichtigt. „Selbstverständlich wurden dabei auch die Vorgaben aus dem Ratsbeschluss zur Klimamusterstadt herangezogen“,
versichert Friedel.

Seitens der Stadtverwaltung heißt es: „Der Oberbürgermeister-Kandidat Andreas Nuß kann gern seine Kommentare im Rahmen seiner Qualifikation fortführen. Von Seiten der Stadt werden seine Ausführungen zum Thema Krankenhausneubau zur Kenntnis genommen. Wir bleiben freundlich.“

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