Bundesweite Datenbank gibt Auskunft über Gifte in Räumen | Lafu GmbH

Dr. Heidrun Hofmann informiert bei Lafu über Lösungsmittel-Datenbank

Für Innenraumschadstoffe gibt es kaum gesetzliche Regelungen. Der Verbraucher wird von der chemischen Industrie oft irregeführt, sagt Gary Zörner.

VON TINA SPIECKER DELMENHORST. Giftstoffe in Innenräumen um dieses heikle Thema ging es gestern bei der Firma Lafu (Labor für Chemische und Mikrobiologische Analytik), wo Dr. Heidrun Hofmann und Lafu-Chef Gary Zörner rund 30 Teilnehmern, darunter Mitarbeiter von Gesundheitsämtern, Chemiker, Biologen, Bauingenieure und Sachverständige, über die AGÖF-Orientierungswerte für Schadstoffe im Innenraum informierten. „AGÖF“ steht dabei für „Arbeitsgemeinschaft ökologischer Forschungsinstitute“. „Für Innenraumschad stoffe gibt es kaum gesetzlich festgelegte Grenzwerte“, erklärte Dr. Heidrun Hofmann, Leiterin eines Forschungsprojektes, das im Auftrag des Bundesumweltministeriums eine Datenbank erstellt, die es ermöglichen soll, Testergebisse in Bezug auf für den Menschen schädliche Lösungsmittel zu ver-gleichen. Mit im Boot sitzen rund 40 Forschungslabore, allesamt im AGÖF-Verbund, aus dem ganzen Bundesgebiet, die ihre fundierten Ergebnisse beisteuern und sich darüber regelmäßig austauschen. Eine gesundheitliche Bewertung aller Stoffe sei utopisch, sagte Hofmann. Doch die Datenbank sei ein wichtiges Hilfsmittel, um beim Hausbau, Renovieren oder Einrichten gesundheitl iche Risiken zu vermeiden. Es sei wichtig, die chemische Belastung durch VOC (Lösungsmittel) so gering wie möglich zu halten. In diesem Zusammenhang gelte es auch, aus Holz gefertigte Einrichtungen wie in Kindergärten professionell zu kontrollieren. Der Verbraucher stehe häufig vor der, schier unlösbaren Aufgabe, sich für das richtige Produkt zu entscheiden: „Lacke oder Farben, die mit dem Umweltengel versehen sind, sind nicht automatisch gesünder“, warnt Gary Zörner. Stoffe mit einem Siedepunkt unter 200 Grad würden als Lösungsmittel bezeichnet. Enthalte ein Produkt einen Stoff, dessen Siedepunkt darüber liegt, dürfe auf dem Produkt „ Lösungsmittelfrei“ stehen. „Diese Stoffe sind aber sogar noch gefährlicher, denn sie werden langsamer an der Luft freigesetzt, die Belastung kann somit zehn bis 15 Jahre andauern.“

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