Der Fluch der Pharaonen im heimischen Wohnzimmer | Lafu GmbH

Gefährliche Schimmelpilze lauern überall/Heute Dokumentarfilm
DELMENHORST. Immer wieder bringen sie Menschen um. Trotzdem sind sie „völlig unterschätzt“, sagt Gary Zörner, Chef des Labors für chemische und Mikrobiologische Analytik. (Lafu) auf der Nordwolle: Schimmelpilze. Mit dem Thema befasst sich jetzt ein einstündiger Dokumentarfilm, den der Offene Kanal Umland am Wochenende gedreht hat und der heute um 20 Uhr auf Kabelkanal 12 ausgestrahlt wird.
In dem Film zeigen Zörner und Mitarbeiterin Renate Seyfert die Gefahren auf, die von den Pilzen und ihren Sporen ausgehen. Alles andere als bloße Theorie, betont Zörner. denn die rund 700 000 erfassten Schimmelarten sind genügsam. Mehr als ein wenig Feuchtigkeit und irgendwelche organischen Nährstoffe brauchen sie nicht für ihr Wachstum. Irgendein Pilz findet sich praktisch immer, dem Papier, Textilien, Holz oder auch Kunststoff an Wänden, Decken und Fußböden, in Vorhängen oder Möbeln schmecken, von verschimmelten Lebensmitteln ganz zu schweigen.

Allergien und Vergiftungen

Wo die Pilze wachsen , sei die Gesundheit gleich mehrfach gefährdet, sagt Zörner. Erstens sind sämtliche Schimmelarten geeignet, Allergien auszulösen. Die können sich dann an ganz unterschiedlichen Stellen bemerkbar machen: Atemwegserkrankungen, Hautreaktionen, Durchfall oder auch allgemeine Abgeschlagenheit seien besonders typisch, aber keineswegs die einzig möglichen Symptome. Darüber hinaus können die Pilze Gifte herstellen, die so genannten Mycotoxine bilden. Die greifen schon in kleinsten Mengen vor allem die Leber an und können Krebs auslösen, außerdem schwächen sie das Immunsystem. Schließlich können die Pilze anfällige Personen sogar direkt befallen und sich beispielsweise in der Lunge ansiedeln. Dagegen sei dann kaum noch etwas auszurichten, mahnt Zörner. Und ganz nebenbei produziere so manche Art auch noch „penetrant belästigende“ Gerüche, die schon für sich genommen die Gesundheit beeinträchtigen könnten.

Prominente Schimmeltote

Prominente Schimmeltote waren jene Altertumsforscher, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, reihenweise dem „Fluch der Pharaonen“ zum Opfer gefallen zu sein schienen-bis entdeckt wurde,dass für all ihre unterschiedlichen Krankheiten ein und derselbe Pilz verantwortlich war, der sich in den ägyptischen Grabkammern angesiedelt hatte.Doch auch heute noch und unter hygienisch scheinbar einwandfreien Verhältnissen „sterben zig Babies und Kleinstkinder“ etwa an Stachybotrys,laut Zörner „einem der gefährlichsten Pilze überhaupt“, der auch bei Erwachsenen lebensbedrohliche Erkrankungen hervorrufen könne. Umso wichtiger sei es, die Ursachen zu erkennen und fachgerecht zu beseitigen.Wesentlich seltener als gemeinhin angenommen sei Fehlverhalten, etwa allzu seltenes Lüften, im Spiel. In der Mehrheit der Fälle mache sich durch bauliche Mängel -falsche Wärmedämmung, undichte Dächer,Wände und Keller, leckende Wasserleitungen- Feuchtigkeit breit.Bis das bemerkt werde, seien oft Jahre vergangen und der Schimmel flächendeckend.Jetzt statt gründlicher Analyse einfach nur trockenzulegen, sei trotzdem manchmal der größte Fehler überhaupt.Denn Stachybotris zum Beispiel ist feucht vergleichsweise ortsfest. Erst trocken fängt er an zu fliegen und erobert in Windeseile auch die letzte Ecke.

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