Labor warnt vor Schadstoffen in Getränken – Wenn Getränke krank machen | Lafu GmbH

Viele Getränkehrsteller lassen ihre Brausen und Säfte von dem Delmenhorster Analytik-Labor Lafu auf Herz und Nieren prüfen. Leiter Gary Zörner stellt die Ergebnisse nun in einem Vortrag an der VHS vor.

Als „Reise zur Wahrnehmung“ bezeichnet Gary Zörner den Vortrag, den er am am Freitag, 25. Januar, an der Volkshochschule Delmenhorst halten wird. Das klingt harmlos, tatsächlich sind seine Erkenntnisse aber alarmierend. Denn er hat mit seinem Team des Labors für Chemische und Mikrobiologische Analytik (Lafu) zusammengetragen, wie Schadstoffe in Getränken unsere Gesundheit bedrohen. „Man sollte grundsätzlich nur aus Glasflaschen trinken. Nie aus Plastikflaschen“, rät Zörner.

In diesem Ratschlag bündelt Zörner das Ergebnis vieler Analysen, die das Lafu in der Vergangenheit erstellt hat. Denn Getränkeproduzenten beauftragen das Labor immer wieder, die eigenen Produkte auf Herz und Nieren zu überprüfen. Welche Brausen und Säfte nun aber besonders schlecht abschneiden, darf das Labor nicht verraten.

Die Erkenntnisse sind daher allgemein formuliert, ohne einen Hersteller an den Pranger zu stellen. So auch bei den Plastikflaschen. „Jeder kennt den üblen Geschmack, wenn man eine Wasserflasche im Sommer im Auto liegen lässt“, erklärt Zörner. Ursache dafür seien die Stoffe, mit denen die Plastikflaschen von innen beschichtet seien. In der brütenden Hitze eines Sommerautos lösten sich diese dann und gelangten in das Wasser. In geringeren Mengen sind laut Lafu diese Schadstoffe aber auch ohne Hitze in den Getränken.

Zörner warnt auch vor einer weitverbreiteten Faustformel: Die Dosis macht das Gift. „Dieser Satz ist wissenschaftlich nicht mehr haltbar. Das ist in etwa so, als wenn man immer noch sagt, die Erde sei eine Scheibe“, argumentiert der Diplomingenieur. Er führt zwei Erkenntnisse an, die das Wirken von Schadstoffen auf den menschlichen Körper deutlich komplizierter machen. Zum einen gebe es einen „Niedrigdosiseffekt“ von Chemikalien, die das Hormonsystem beeinflussen. „Eine hohe Dosis ist wie ein viel zu großer Schlüssel, der nicht in das Schloss passt“, erläutert Zörner. Kleine Mengen der Chemikalien seien aber in der Lage, die Rezeptoren zu blockieren, sodass der Hormonhaushalt durcheinander gerate. Dazu käme eine riesige Fülle an Kombinationswirkungen. Hier ist ein Stoff allein noch ungefährlich. Kommt aber ein bestimmter anderer hinzu, kann das den Menschen krank machen.

Der Vortrag „Getränke – von gesund und munter machend bis zum gesundheitsschädlichen Schadstoff-Cocktail und krankheitserregenden Keimen“ beginnt am Freitag, 25. Januar, um 18 Uhr in der VHS, Am Turbinenhaus 11. Anmeldungen nimmt die VHS telefonisch unter 0 42 21 / 98 18 00 oder per Mail an info@vhs-delmenhorst.de entgegen. Die Teilnahme kostet acht Euro.

Anmerkung zum Artikel: Bei der Frage der Innenbeschichtung z.B. mit der hormonell wirksamen Giftchemikalie BPA (Bisphenol A) waren Konservendosen gemeint. Die Kunststoffflaschen sind normalerweise innen nicht beschichtet, es gehen aber chemische Belastungen direkt aus der Kunststoffflasche oder aus dem Kunststoffdeckel in das Getränk über.
von Gary Zörner

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