Lafu hilft bei der EHEC-Suche | Lafu GmbH

Delmenhorster Labor-Mitarbeiter sind auch auf Hamburger Großmarkt im Einsatz

Das Klinikum hat den zweiten EHEC-Fall in Delmenhorst bestätigt. Unterdessen sind Mitarbeiter des Labors für chemische und mikrobiologische Analytik (Lafu) GmbH dem Erreger auf der Spur.

Bei einem 33-jährigen Mann, der aufgrund starker Durchfälle ins Klinikum eingeliefert worden war, bestätigte sich am Freitag der EHEC-Verdacht. Wie bei einer 68-Jäh· rigen, die ebenfalls im Klinikum behandelt wird, sei der Krankheitsverlauf bislang nicht so schwerwiegend, dass Dialyse oder intensivmedizinische Maßnahmen notwendig wären, teilte Mandy Lange, Pressesprecherin des Klinikums mit.

In die Suche nach Infektionsherden und -ketten sind inzwischen auch Lafu-Mitarbeiter eingebunden. Im Auftrag des International Sampling Service nahmen sie am Donnerstag 150 Proben von Salatköpfen. „Ein Team war auf Feldern und in Hallen im Einsatz, wo der Salat gelagert und verpackt wird“, berichtet Lafu-Chef Gary Zörner.

Insgesamt fünf Lafu-Mitarbeiter besitzen die nötigen Zertifikate, um als Probennehmer eingesetzt werden zu können. Die Analysen würden allerdings in anderen Laboren durchgeführt, so Zörner. „Wir prüfen zwar routinemäßig auf E.-coli-Bakterieu, zu denen auch EHEC zählt, machen aber keine Differenzierung“, erklärt Zörner.

Kaum in Delmenhorst zurück, erhielten seine Probennehmer die nächsten Aufträge. Ein Team wurde in den Lübecker Raum geschickt, um Gurken zu beproben. Ein weiteres ist seit Freitag im Hamburger Großmarkt im Einsatz, wo die verseuchten Gurken aus Spanien gefunden worden waren. Aufgabe dort ist unter anderem, mögliche Wege zu identifizieren, wie die Keime auf das Gemüse gelangt sein könnten. „Wir machen Abklatsch- und Wisch proben“, sagt Zömer. So soll festgestellt werden, ob die Erreger eventuell beim Umladen oder beim Umfallen einer Palette auf die Ware gelangt sein könnte.

Grundsätzlich kritisiert Gary Zörner die Strategie der Problembehandlung. „Wenn man die Ursachen für die Verseuchung herausfinden will, muss man den gesamten Produktlebenszyklus betrachten. Dazu müsste man bei den Rindern anfangen, aus deren Kor die Gülle entsteht“, meint der Wissenschaftler. Ausgangspunkt für die Belastung seien seiner Ansicht nach Massentierhaltung und Monokulturen.

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