„Man soll ein Produkt kaufen, das gesundheitsschädlich ist“ | Lafu GmbH

Gary Zörner vom Labor für chemische und mikrobiologische Analytik (Lafu) in Delmenhorst erklärt in der Fernsehsendung „Ausgebrannt – Vom Ende der Glühbirne“, warum Energiesparlampen gefährlich sind. Der Film läuft am Donnerstag, 19. April, um 20.15 Uhr auf 3Sat. Im dk-Interview geht er auf die Risiken dieser Leuchanittel ein.

dk: Herr Zörner, wie kam es dazu, dass Sie In der Sendung „Ausgebrannt – Vom Ende der Glühbirne“ mitwirken?

Gary Zörner: Vor zweieinhalb Jahren fragte Spiegel TV, ob ich für eine Sendung die sogenannten Energiesparlampen untersuche. Das Lafu hat einen internationalen Ruf als Experte für Wohngifte und Schimmelpilze, daher kamen sie auf uns. Seither haben wir weitere Sendungen zu dem Thema gemacht und auch bei dem Kinofilm „Bulb Fiction“, der ebenfalls die Gefährlichkeit der Umweltverschmutzerlampen aufgreift, mitgewirkt.

Sie nennen die Energiesparlampe „Umweltverschmutzerlampe“, warum?

Weil sich die problematischen Belastungen durch den gesamten Produktlebenszyklus Ziehen. Unter Nutzungsbedingungen ist der wichtigste Grund: In der Lampe ist Quecksilber enthalten. Dieses Schwermetall ist hochgiftig. Der Leuchtkörper gast zudem krebserregende Substanzen wie Phenol und Tetrahydrofuran aus, was wir in dem Film mit unserem Gas-Chromatograph-Massenspektrometer nachweisen. Die Lampe sendet Elektrosmog aus, dessen Strahlung so hoch ist, dass sie den Grenzwen für Bildschirme bei wei1em überschreitet.

Produkte mit Quecksilber wie beispielsweise entsprechende Fieberthermometer sind mittlerweile verboten. Was macht Quecksilber denn so gefährlich?

Wenn Quecksilber austritt, gelangen die Dämpfe in Sekundenbruchteilen über die Mund- und Nasenschleimhaut in das Zentralnervensystem. Dort zerstört es die Nervenzellen. Der Universität Calgary gelang es erstmals zu zeigen, wie die Nervenzellen von Quecksilber angegriffen w1d zerstört werden. (Er zeigt während des Gesprächs auf seinem PC den entsprechenden Film).

Quecksilber macht also vor allem dumm?

Ja. Und es reichert sich im Körper an, durchdringt die Gehirn- und Plazenta-Schranke. Für Frauen heißt das: Auch wenn sie selbst keine Krankheitssymptome nach dem Kontakt mit Quecksilber haben, wird ihr Fötus das Schwermetall aufnehmen und eventuell missgebildet sein. Man weiß, je höher die Konzentration von Quecksilber im Nabelschnurblut ist, desto geringer ist später die Intelligenz der betreffenden Kinder. Hier soll Profit gemacht werden mit einer menschenverachtenden Technologie. Das beginnt aber schon bei der Produktion.

Warum?

Das Quecksilber für die Lampen, die in Deutschland verkauft werden. wird in China unter schlimmen Bedingungen gefördert. Die Arbeiter sind nicht geschützt. Auch in den Fabriken nicht, in denen die Lampen gefertigt werden. Die Dämpfe gehen ungefiltert in die Atmosphäre und landen so in der Nahrungskette, besonders im Fisch.

Wird der Verbraucher also getäuscht?

Ja. Man soU ein Produkt kaufen, das nachweislich umweltunverträglich und gesundheitsschädlich ist. Es sollte verboten werden. Der gesamte Lebenszyklus der Lampe muss bei ihrer Beurteilung betrachtet werden.

Archivierten Artikel herunterladen