Schimmel wird immer wieder unterschätzt | Lafu GmbH

Kinder sind besonders betroffen

Mit dem Lafu untersucht eines der in Deutschland führenden Labore für Schimmelpilze die Proben aus dem Schulzentrum West.

DELMENHORST. „Unser Vorteil ist, dass wir die Proben direkt vor Ort auswerten können“, sagt Gary Zörner, Inhaber und Geschäftsführer des Labors für Chemische und Mikrobiologische Untersuchungen (Lafu) auf dem Nordwollegelände. Das Labor gehört zu den deutschlandweit führenden Unternehmen für die Untersuchung von chemisch oder biologisch belasteten Gebäuden.

Aktuell werden beim Lafu die Proben aus dem Schulzentrum West untersucht. Im Umgang mit Schimmelbefall können zahlreiche Fehler gemacht werden, wie Gary Zörner und Renate Seyfert, Sachverständige für Innenraumbelastung beim Lafu, zu berichten wissen. So würden in vielen Fällen schon bei der Probennahme Fehler begangen.

Sieben verschiedene Probennahmeverfahren müssen beherrscht werden, um eine korrekte Analyse erstellen zu können. Eine bloße Analyse der Raumluft, wie sie von vielen selbst ernannten Experten durchgeführt wird, könne beispielsweise den gefährlichsten Schimmelpilz, den Stachybotrys, nicht nachweisen. Dafür sei eine Folienkontaktprobe oder eine Materialprobe notwendig.

Nachdem das Lafu den Schimmel nachgewisen hat, stellen sie für ihre Kunden einen umfangreichen Untersuchungsbericht zusammen. Darin steht nicht nur, welche Materialien und Flächen vom Schimmelpilz befallen sind, sondern auch konkrete Handlungsempfehlungen. „Wenn eine große Durchfeuchtung vorhanden ist, müssen manchmal ganze Wände abgerissen werden“, erklärt Renate Seyfert. In extremen Fällen müssen dabei so starke Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden, dass Arbeiten nur in Schutzanzügen und bei Unterdruck ausgeführt werden dürfen.

„Schimmel wird immer wieder unterschätzt“, meint Gary Zörner dazu. Häufig sei der erste Schritt das Trocknen der betroffenen Wände. „Das ist das Schlimmste, was gemacht werden kann“, so Zörner. „Der Stachybotrys wird erst im trockenen Zustand flugfähig.“

Zörner weist zusätzlich auf die Wechselwirkung von Schimmel und chemischen Belastungen hin. So sei der Fall möglich, dass eine giftige Farbe das Immunsystem schwäcμe und ein Schimmelpilz zusätzlich eine Allergie auslöse. „Kinder sind besonders anfällig für toxische Einwirkung“, so Zörner. Bei Schimmelpilzen komme es gerade bei Kindern zu einer Erkrankung der Atemwege sowie zu Bronchialerkrankungen. Auch die Verstärkung von Asthma ist ein beobachtetes Krankheitsbild.

„Jeder Schimmelpilz kann Allergie auslösend sein“, berichtet Zörner. Infektiöse und toxische Wirkung wie der Stachybotrys würden aber nicht bei allen Pilzen vorkommen. Deshalb müsse die Spezies gekannt werden, um den Befall angemessen beurteilen zu können.

Allerdings wirke sich schon bloße Geruchsbelästigung negativ auf die Personen aus, die sich in den betroffenen Räu – men aufhielten. Kopfschmerzen, Juckreiz und Magenprobleme können so auftreten. Dieses Problem sei auch im aktuellen Fall gegeben.

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