Schimmelfund im Schlafzimmer bestätigt | Lafu GmbH

Lafu: Zusammenhang mit Erkrankung der Mieterin möglich

Das Delmenhorster Labor rät seinen jungen Kunden aus Stuhr zur „schnellstmöglichen Sanierung“. Bis dahin soll die 28-Jährige das Zimmer mit dem Schimmelschaden meiden.

DELMENHORST·STUHR. Einen aktiven Schimmelpilzbefall, der Tapete und Wandputz betrifft, hat das Labor für chemische und mikrobiologische Analytik (Lafu) in der Miet-wohnung eines jungen Paares aus Stuhr nachgewiesen. Weil die 28-jährige Mieterin an Asthma erkrankt war, hatte die bis dahin gesunde Leistungssportlerin vor vier Wochen das Delmenhorster Labor eingeschaltet (dk berichtete). „Wir haben in der Raumluft mehrere Schimmelpilze mit gesundheitlicher Bedeutung gefunden“, fasst Diplom-Ingenieurin Renate Seyfert das Lafu-Gutachten zusammen, „es muss so schnell wie möglich saniert werden“.

Obwohl im Schlafzimmer der 28-Jährigen und ihres 33-jährigen Lebensgefährten äußerlich kein Schimmel sichtbar war, hatten Renate Seyfert und ihre Kollegin Frauke Heimsoth schon durch ihre ersten Messungen eine Außenwand-Zimmerecke ermittelt, die feuchter war und wo die Temperatur 2,3 Grad Celsius unter der anderer Wandstellen lag. Der Schimmel, den die Labor-Mitarbeiterin dort unter der Tapete entdeckten, schlug sich auch in der Raumluft nieder. „Wir haben in der Luftkeimsammlung im Schlafzimmer erheblich mehr Penicillium und Aspergillus versicolor gefunden, der ein Indikator für Feuchteschäden ist, als in der Außenluft“, berichtet Seyfert.

Beide können wie alle Schimmelpilzarten Allergien auslösen. Und die ebenfalls gefundenen Aspergillus fumigatus und Aspergillus niger können laut Lafu-Geschäftsführer Gary Zörner insbesondere bei immungeschwächten Menschen Infektionen verursachen. „Der Aspergillus fumigatus bildet zudem Toxine und ist einer der gefährlichsten Schimmelpilze neben dem Stachybotrys“, ergänzt der Diplom-Ingenieur für Lebensmitteltechnologie.

„Ein Zusammenhang mit den Krankheitssymptomen der jungen Frau ist durchaus möglich“, deutet Zörner. die Ergebnisse. Diesen eindeutig nachzuweisen ist allerdings schwierig. Denn oft wirken mehrere Belastungen zusammen. So treten bei Feuchteschäden bestimmte Bakterienarten auf oder „Lösungsmittel werden stärker freigesetzt“, nennt der Lafu-Chef ein Beispiel für Kombinationswirkungen mit chemischen Belastungen.

Die Folienkontaktproben von der Rückseite der Tapete und vom Wandputz habe vor allem gezeigt, dass der Schimmel in der Schlafzimmerecke sich im „aktiven Wachstum“ befindet, erklärt Seyfert. Das zeigen die in den Proben gefundenen Fruchtkörper, Sporen und das Myzel genannte Geflecht der Pilze. Daher kann der Pilz sich schnell ausbreiten. Dass der Schimmelpilz aktiv ist, spielt neben Fläche und Tiefe des Befalls eine Rolle dabei, dass das Lafu den Schaden in der Stuhrer Wohnung nach dem Schimmelpilz-Leitfaden des Umweltbundesamtes als großen Schaden (Kategorie 3 von 3) einstuft.

Jetzt muss der Vermieter sich Ursachenforschung und Sanierung vornehmen. „Es könnte das Regenfallrohr sein, das im Erdreich verschwindet oder das Garagendach , das direkt an die Hauswand anschließt“, mutmaßt Renate Seyfert und plädiert für eine genaue An alyse, die in diesem Fall nicht zum Lafu-Auftrag zählte. „Ohne die Ursachen zu kennen, kann man sich die Sanierung sparen“, bekräftigt Gary Zörner. Dazu gehört zu ermitteln, in welchem Umfang Wandputz und Estrich von Schimmel befallen sind – denn die betroffenen Materialien müssen komplett entfernt werden.

„Bei ihren starken Symptomen sollte die junge Frau das Zimmer mit dem Schimmelschaden auf jeden Fall meiden“, rät Diplom-Ingenieurin Seyfert ihrer Kundin. Den Schimmel selbst mit aggressiven Reinigern oder Fungiziden zu behandeln und dann überzustreichen, wie es der 33-Jährige anfangs versucht hatte, sei bei einem solchen Schaden eb en falls ein Fehler. Mit Schimmelmitteln, etwa auf Chlorbasis, löse man das Problem nicht, sondern „holt sich nur eine neue Belastung ins Haus“, warnt das Lafu-Team.

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