Serbischer Mais belastet Bauern | Lafu GmbH

Ministerium sieht aktuell keine Gefahr für Verbraucher/ Gary Zörner warnt vor Verzehr

Mehr als 3.500 landwirtschaftliche Betriebe in Niedersachsen sind mit Futtermittel beliefert worden, das mit einem als hochgiftig geltenden Schimmelpilz verunreinigt war.

Nach Angaben des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums stammt der betroffene Mais aus Serbien. Insgesamt habe die Lieferung 45.000 Tonnen betragen, die über den Hafen von Brake nach Deutschland gelangten. 10.000 Tonnen dieser mit dem Aflatoxin B 1 verseuchten Lieferung konnten in Brake gesperrt werden, weitere 25.000 Tonnen in einer Lagerhalle in Bremen. „Rund 10.000 Tonnen wurden jedoch an 13 Futtermittelhersteller in Niedersachsen ausgeliefert, die den Mais zur Herstellung von Mischfuttermitteln für Rinder, Schweine und Geflügel verwendet haben und an insgesamt 3.560 landwirtschaftliche Betriebe in Niedersachsen sowie 14 Betriebe in Nordrhein-Westfalen auslieferten“, erklärt Ministeriurnssprecherin Natascha Manski. Eine Gefährdung für Verbraucher hält sie für unwahrscheinlich. „Nach einer ersten vorläufigen Einschätzung ist eine Belastung der Muskulatur (Fleisch) bei allen Tierarten und Nutzungsgruppen oberhalb der geltenden Höchstgrenze jedoch nicht zu erwarten“, so Manski weiter. Auch von Milch geht den Angaben zufolge aller Voraussicht nach keine Bedrohung aus. Und das, obwohl sich Schimmelpilze Angaben von Verbraucherschützern am ehesten in Kuhmilch ablagern. Das Ministerium gibt jedoch zu bedenken, dass schon geringe Höchstmengenüberschreitungen im Futtermittel zu einer kritischen Belastung von Rohmilch führen könnten. „Molkereien führen aber monatliche Eigenkontrollen in Bezug auf den Aflatoxingehalt der Milch durch“, so Manski.

Im Rahmen dieser Untersuchungen sei die Kontamination mit dem Pilz überhaupt erst festgestellt worden. „Die belastete Milch wurde entsorgt“, erklärt Manski. Als Ursache stellten die Behörden schließlich den kontaminierten Futtermais fest. Die Produkte aller betroffenen Betriebe würden nun vorsorglich untersucht.

Gary Zörner, Geschäftsführer des Instituts für chemische Analytik in Delmenhorst, zeigt sich empört. „Jedes kleinste Bisschen an krebserregenden Verbindungen erhöht das Risiko, an Krebs zu erkranken. Höchstwerte sind da völlig sinnlos.“, so Zörner.

Er empfiehlt Verbrauchern derweil, sich auf Biohöfen mit den Produkten des täglichen Bedarfs einzudecken: „Die haben in der Regel einen geschlossenen Futterkreislauf, so dass dort eigentlich kein belastetes Getreide verfüttert werden kann.“

Archivierten Artikel herunterladen