VHS-Vortrag: Gefährliche Chemie in Textilien / Outdoor-Produkten und weiteren Materialien | Lafu GmbH

Der Kurs findet am Freitag, den 16.06.2017 von 18:00 bis 20:15 Uhr in der VHS, Turbinenhaus 11 (Raum 08) in Delmenhorst statt.

Referent: Dipl.-Chemiker Manfred Santen, Experte für Chemie bei Greenpeace
Referentin: Dipl.-Oecotrophologin Alexandra Perschau, Expertin für Textilien bei Greenpeace

Dipl.-Oecotrophologin Alexandra Perschau wird u.a. zu die-sen Themen über aktuelle Untersuchungen und Recherchen berichten.

Lange Zeit scherten sich viele Textilhändler kaum um die Produktionsbedingungen ihrer Ware. Doch in den vergangenen Jahren kamen etliche Skandale um Textilfabriken ans Licht, die zeigten: Menschenrechte und Umweltschutz werden vielerorts mit Füßen getreten. Auch Initiativen wie die Detox-Kampagne von Greenpeace rüttelten die Branche wach.

So hat Greenpeace z.B. 40 Outdoor-Produkte im Labor untersuchen lassen. Das Testergebnis, präsentiert auf der weltgrößten Outdoor-Messe ISPO: In Jacken, Schuhen oder Rucksäcken steckt jede Menge Chemie. Selbst in der Innenraumluft von Outdoor-Läden sind die toxischen Verbindungen (wie PFTs) deutlich nachweisbar und schädigen die Gesundheit der dort Beschäftigten.

Für mehrere Fernsehsender (z.B. ZDF planet-e, RTL 2-News) wurden im Delmenhorster Labor Lafu Aufnahmen bezüglich der Untersuchung von Textilien auf schädliche Chemikalien durchgeführt und entsprechend bewertet.

Dipl.-Ing. Gary Zörner berichtet von eigenen Untersuchungen, bewertet die Proben und kritisiert grundsätzlich den Einsatz von gesundheitsschädlichen Chemikalien in Textilien und insbesondere die  Grenzwerte. Diese berücksichtigen nicht die Kombinationswirkungen von mehreren  Schadstoffen, die gleichzeitig in einem Produkt vorkommen. Dieser Cocktail, der sich auch noch mit zahlreichen  weiteren Belastungen (z. B. mit Schwermetallen aus Trinkwasser und Lebensmitteln bzw. Wohngiften und tausenden von weiteren Schadstoffen aus unserem Lebensumfeld) kombiniert, kann sich zu einer vielfach erhöhten und nicht mehr kalkulierbaren Gesundheitsgefährdung potenzieren. So konnten u.a. in Kleidung, Textilien und Schuhen krebserregendes Formaldehyd, toxische Schwermetalle (wie Blei,
Antimon, Chrom), Flammschutzmittel, kanzerogene Azo-Farbstoffe usw. nachgewiesen werden.

Die Schadstoffe werden insbesondere über den Kontakt mit der Haut aufgenommen.

Für krebserregende Chemikalien sollte das Vorsorgeprinzip angewendet werden, das heißt sie sollten vollkommen aus dem Lebensumfeld des Menschen verschwinden, da jedes kleinste bisschen solcher Substanzen das Risiko erhöhen, an z.B. Krebs erkranken zu können.

Insbesondere um auch die Vergiftung von Mensch und Umwelt in dem gesamten chemieintensiven Produktlebenszyklus von Textilien zu verhindern, müssen Forschung und Förderung im Zusammenhang mit einer ökologischen Produktpolitik im Rahmen des Lebenszyklusmanagements durchgesetzt werden.

Auch müssen die Aufklärung über die unsichtbaren Gefahren für Gesundheit und Umwelt sowie die gesamtgesellschaftlichen Folgen bzw. Schäden forciert werden. Letztlich muss der Einsatz von Schadstoffen minimiert und dann ganz vermieden werden.

In der Vortragsveranstaltung können auch weitere Themen aus der Tätigkeit von Greenpeace und Lafu angesprochen werden, Fragen und eine lebendige Diskussion sind erwünscht.

Im Anschluss an den VHS/Lafu Vortrag wird ab 20:30 Uhr, bei Lafu zur Feier mit Bio-Erdbeer-Bowle eingeladen, vorherige Anmeldung ist erwünscht.

Flyer zur Veranstaltung

Anmeldung
VHS Delmenhorst
Kurs-Nr.
Tel.: 04221 / 981800
info@vhs-delmenhorst.de
Kosten: 9 Euro